12.02.2019: Auf der Kanalbau-Baustelle

Zu den Bauarbeiten des Gerätehauses gehören auch die neuen Regenwasser- und Schmutzwasser-Kanäle, welche der Abwasserbetrieb der Stadt Erkrath für das Feuerwehr-Gerätehaus neu anlegt. Hierzu hatte ich einen eigenen Termin mit dem Projektleiter Herrn Marx, der mir die Baumaßnahmen ausführlich erklärt hat und daher gibt es jetzt ein Kanalbau-Spezial mit einer Menge Informationen (und diesmal auch viel Text).

Während für die Schlüterstraße die Stadt Erkrath zuständig ist, ist für die Kreuzstraße der Kreis Mettmann zuständig. Somit müssen unterschiedliche Vorgaben unter einen Hut gebracht werden, sowohl von der Stadt und dem Kreis, als auch rechtliche Anforderungen. Zum Beispiel muss die Ampelschaltung, die manchen Autofahrern als zu lange vorkommt, auch Fahrradfahrer berücksichtigen. Wenn der Radler über die grüne Ampel fährt, kann er nicht auf halber Strecke schon Gegenverkehr bekommen.

Über den besonderen Ampel-Knopf für Fußgänger schrieb ich schon. Ursprünglich war für den dritten Bauabschnitt eine zweispurige Verkehrsführung auf der Kreuzstraße geplant (Skizze auf erkrath.de), wegen zusätzlichen Arbeiten an der Trinkwasserleitung war das dann aber nicht mehr möglich. Übringens, nicht nur die Bürger müssen an der Baustellen-Ampel die Nerven behalten: Fast die ganzen Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Rathaus und Kaiserhof müssen über die Kanalbau-Baustelle fahren. Es sieht danach aus, als würde der Zeitplan bis Ende Februar eingehalten werden.

Mehrschichtarbeit ist auch nicht möglich: Diese muss durch die Bezirksregierung genehmigt werden, dies wäre hier aber nicht genehmigungsfähig. Nur Ausnahmen wie beispielsweise eine Vollsperrung würde zu einer solchen Genehmigung führen, und auch das nur, weil die Kreuzstraße Teil der Umgehungsstrecke der Autobahnen ist. Daneben würden die Kosten etwa drei mal so hoch sein, die beim Kanalbau ohnehin schon erhöhte Unfallgefahr würde noch mehr steigen und die Nachtarbeiten wären eine Lärmbelästigung für die Anwohner des Mehrfamilienhauses an der Ecke Schlüterstraße / Am Wimmersberg.

Zu den Asphaltarbeiten: Unten auf der Schlüterstraße musste ein Stück weiter asphaltiert werden als die Kanalbau­arbeiten waren, da die Straße dort bereits so abgenutzt war, dass es keinen glatten Übergang von neuer Asphaltdecke auf alte Asphaltdecke gegeben hätte. Hier an der Ecke erkennt man in der Mitte des neuen Asphalts eine Linie. Auf der linken Seite ist bereits fertig asphaltiert, die rechte Seite wurde manuell provisorisch mit Asphalt gefüllt, um die Abbiegespur freizugeben.



Am Ende der Arbeiten kommt ein Asphaltfertiger, dann wird der provisorische Teil wieder entfernt und als ganzes Stück bis vor das neue Gerätehaus asphaltiert.

Hier sehen wir den Grund für Verzögerung beim Kanalbau: Diese Trinkwasserleitung war trotz sorgfältiger Planung zwar bekannt, weicht aber von den Bestandsplänen ab. Auf den Plänen liegt sie weiter links in der Straßenmitte. Sie führt bis zum Römerweg und kommt daher den neuen Kanälen in den Weg. Aus diesem Grund wurde ab hier ein neues Trinkwasserrohr verlegt – zusätzliche Arbeit, die nicht geplant war. Bei dem in der Grube gestauten Wasser handelt es sich aber nicht um Schmutzwasser, sondern um Wasser aus der Trinkwasserleitung.

Gut zu erkennen: Unten ist die alte Trinkwasser­leitung, die neue Trinkwasser­leitung wird darübergeführt. Beide Trinkwasser­leitungen bestehen aus Gusseisen – einem Material, welches nicht flexibel ist und daher auch nicht einfach um ein paar Meter verschoben werden kann, daher ist eine neue Trinkwasser­leitung nötig.

Diese Kanaldeckel werden tatsächlich noch alle eingebaut – jeweils zwei nebeneinander.

Herr Marx, selbst noch nicht lange bei den Abwasserbetrieben in Erkrath, würde sich freuen, wenn sich die Bürger bei Fragen oder Beschwerden an ihn wenden würden. Dafür hat er extra seine Kontaktdaten auf das Bauschild drucken lassen.

Rechts neben dem Bagger liegen Asphalt-Brocken von der bisherigen Fahrbahn.

Eines der neuen Rohre der Trinkwasserleitung.

Hier ist ein bereits fertiger Kanaleinstieg in den Regenwasserkanal.

Unten steht ein Laser, der für die Arbeiter den nächsten Punkt markiert, wo der Regenwasserkanal herlaufen soll.

Die ehemalige Fahrbahn in ganz schön großen Stücken.

Das ist die alte Trinkwasserleitung, welche schon ersetzt wurde.

Hier kam früher Trinkwasser durch. Natürlich war das Rohr da innen noch sauberer. Auch für die neuen Rohre gibt es Hygiene-Vorgaben, damit unser Trinkwasser auch ohne Bedenken getrunken werden kann.

Auch diese blauen, grünen und orangenen Rohre sind tatsächlich für den Kanalbau gedacht. Allerdings muss nicht alles verbaut werden: Abgerechnet wird nach Metern, unabhängig davon, in welchen Margen die Baufirma das Material bestellt. Was übrig bleibt, gehört der Baufirma und wird woanders eingebaut.

Hier muss der Kanal noch weitergebaut werden, wenn die Arbeiten an der Trinkwasserleitung beendet sind.

Über dem Sand ist eine Schotter­tragschicht, darüber kommen dann eine Asphalt­tragschicht, eine Asphalt­bindeschicht und schließlich die Asphalt­deckschicht.

Das alte Trinkwasser-Rohr ist an einer Schelle fixiert, die wiederum auf einer Betonstütze befestigt ist, welche ca. 2 Meter in den Boden geht, um das Rohr gegen Verschiebungen zu fixieren. Das Rohr hat einen Durchmesser von 300 mm.

Das obere Rohr ist eine Ablauflaufleitung von einem Straßenablauf aus Steinzeug. Rechts darunter ragt ein durchtrennter Strang einer Telekom-Leitung aus der Erde, diese Leitung ist aber schon vor den Arbeiten nicht mehr in Betrieb gewesen.

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